Wenn ich Çesk Zadeja sage, meine ich auch Dhurata Lazo — Eda Zari
← Zurück zum Journal
Interviews & KritikEDA ZARI · JOURNAL

Wenn ich Çesk Zadeja sage, meine ich auch Dhurata Lazo — Eda Zari

2 MIN LESEZEIT

Die Inspiration durch traditionelle Musik und archaische Tonalitäten führte im Werk von Prof. Çesk Zadeja niemals zu bloßem Folklorismus. In seinen Kompositionen — etwa im Klavierkonzert in Es-Dur von 1968 — spürt man, wie bei vielen Komponisten jener Zeit, di

↓ Lesen beginnen

Die Inspiration durch traditionelle Musik und archaische Tonalitäten führte im Werk von Prof. Çesk Zadeja niemals zu bloßem Folklorismus. In seinen Kompositionen — etwa im Klavierkonzert in Es-Dur von 1968 — spürt man, wie bei vielen Komponisten jener Zeit, die Suche nach einer Tonsprache, die gegenüber der Romantik einen Neubeginn markieren sollte, ohne die Tradition zu verleugnen.

Von der Zwölftonmusik hielt Zadeja wenig. Neben Pentatonik und Diatonik verwendete er auch Bitonalität und legte großen Wert auf rhythmische Vielfalt, die mich bisweilen an Strawinsky erinnert. Die Orchester seiner Zeit hatten anfangs erhebliche Schwierigkeiten mit diesen nichtklassischen Rhythmen — zumal sich darüber eine pianistische Schreibweise legte, die ihrerseits aus der traditionellen Musik schöpfte.

Wenn ich Çesk Zadeja sage, meine ich zugleich Dhurata Lazo.

Es gibt Werke, die man beinahe zeremoniell von einer bestimmten Interpretin hören möchte. Maestra Lazo ist für mich die ätherische Welt von Prof. Çesks Partitur, so wie Alfred Brendel für mich die musikalische Geschmeidigkeit von Brahms, Mussorgsky, Busoni oder Haydn verkörpert.

Deshalb habe ich diese Aufnahme gewählt: eine Zusammenarbeit der Künstlerin mit dem RTSH-Orchester unter der Leitung von Ermir Krantja. In dieser Einspielung wird die musikalische Frucht des Komponisten hörbar — in einer Neuinterpretation, die Zadejas Künstlerstolz gewiss geschmeichelt hätte.

Mit ihrer Klangwelt und ihrer pianistischen Artikulation schenkt Dhurata Lazo dem Werk neue klangfarbliche Horizonte. Sie katapultiert das Klavier vom traditionellen Melodieinstrument zu einem Instrument des Rhythmus, der Klangfarbe und neuer Mischungen.

Gleichzeitig bleibt ihre Interpretation klar und elegant. Sie stört die Balance zwischen Orchester und Solistin nicht, sondern dient der Komposition und öffnet sie dem Publikum emotional.

Es wirkt, als bewege sich Lazo mit ihren Fingern über das Motto: „Alles sollte so einfach wie möglich gemacht werden — aber nicht einfacher.“

Danke, Dhurata Lazo.

EDA ZARI

WEITERLESEN →

Die persönliche und einzigartige Welt der Sängerin Eda Zari — Deutsche Welle / Suzanne Cords

Die persönliche und einzigartige Welt der Sängerin Eda Zari — Deutsche Welle / Suzanne Cords

Deutsche Welle zeichnet Eda Zaris Weg von albanischer Iso-Polyphonie und klassischer Gesangsausbildung hin zu Jazz, Improvisation und der zeitgenössischen Klangwelt von Toka Incognita nach.

SPOTIFY

Spotify ↗