
Sternen-Moral (1881) — Friedrich Nietzsche
Friedrich Nietzsche Sternen-Moral Entstanden 1881 Vorausbestimmt zur Sternenbahn, was geht dich, Stern, das Dunkel an? Roll' selig hin durch diese Zeit! Ihr Elend sei dir fremd und weit! Der fernsten Welt gehört dein Schein: Mitleid soll Sünde für dich sein
Friedrich Nietzsche
Sternen-Moral Entstanden 1881
Vorausbestimmt zur Sternenbahn, was geht dich, Stern, das Dunkel an? Roll' selig hin durch diese Zeit! Ihr Elend sei dir fremd und weit!
Der fernsten Welt gehört dein Schein: Mitleid soll Sünde für dich sein! Nur ein Gebot gilt dir — sei rein!
Eda Zari widmet diese Übertragung dem Göttlichen und sich selbst — in Andacht und Dankbarkeit.
Anmerkungen von Eda Zari: Nietzsches „Sternen-Moral“ lässt sich, ähnlich wie Passagen aus Ecce Homo, als Aufruf zur Selbstbefreiung von jener Moral lesen, die Nietzsche als „Sklavenmoral“ bezeichnet: einer Moral der Verletzten, Unterdrückten, Verbitterten, Gefangenen, Verunsicherten und Erschöpften, deren Zustand durch Mitleid und Selbstverzicht erträglich gemacht wird.
Demgegenüber betont Nietzsche in der „Herrenmoral“ Selbstvertrauen und Stolz sowie eine grundlegende Opposition gegen Selbstverleugnung. Ausführlicher entfaltet er diese Gedanken in Jenseits von Gut und Böse und Zur Genealogie der Moral.
© Eda Zari, Düsseldorf, 15.05.2020. Alle Rechte vorbehalten.
WEITERLESEN →




