
Brief von der Redaktion — Hermann Hesse
Eda Zari stellt Hermann Hesses „Brief von der Redaktion“ Lasgush Poradecis Gedicht „An meine Redakteure“ gegenüber und erkennt darin die gemeinsamen Schwierigkeiten zweier Dichter mit literarischen Gatekeepern.
Hermann Hesse
Albanische Übertragung: Eda Zari
Anmerkung von Eda Zari
„Partners in crime“ — selbst auf Distanz.
Wenn ich Hermann Hesses „
Brief von der Redaktion "Wir danken sehr für Ihr ergreifendes Gedicht, Das uns so tiefen Eindruck hinterlassen hat, Und wie bedauern herzlich, daß es nicht So recht geeignet scheint für unser Blatt." So schreibt mir irgendeine Redaktion Fast jeden Tag. Es drückt sich Blatt um Blatt. Es riecht nach Herbst, und der verlorne Sohn Sieht deutlich, daß er nirgends Heimat hat. Für mich allein denn schreib ich ohne Ziel, Der Lampe auf dem Nachttisch les ich's vor. Vielleicht leiht auch die Lampe mir kein Ohr. Doch gibt sie hell, und schweigt. Das ist schon viel.
Der Herzensdichter Lasgush Poradeci
An meine Redakteure
Redakteure mit Knochenköpfen redigieren Dichter.
Doch sagt mir: Wer redigiert die Redakteure?
Redakteure mit eisigem Herzen, Beleidiger der Poesie, teerschwarze Seelen, die mich schelten — sie sind Hunde, die mich nicht beißen.
Aus Vepra I
© 2020 Eda Zari. Alle Rechte vorbehalten. Foto: Hermann Hesse von Andy Warhol.
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